Black Hole Contemporary

Marko Zink (AT)

Pictures in the dark | this is desire - Part I

Exhibition

26. Juni - 10. Juli 2026

Do - Sa, 16-20 Uhr und nach Vereinbarung

10. Juli 2026, 19 Uhr
DJs TBA

In seinem fotografischen Projekt „Pictures in the dark - This is Desire” erkundet Marko
Zink den Sog des Begehrens, die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, die
Verflechtung aus Gender und Anima Animus, sowie das Wechselspiel von Jagen und
Gejagtwerden. Wie wird Begehren ausgelöst? Zink drückt diese Überlegung unter
anderem durch das wiederholende Motiv des Hasen aus – ein Tier, das zwischen
Unschuld und Sexualisierung pendelt, zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. Es
kommt beides zusammen: die rationale Welt zum einen und zum anderen die Welt der
sinnlichen Wahrnehmung und Einbildungskraft. In seinen Bildern verschmilzt Zink
maskuline und weibliche Körper, menschliche und tierische. Die Figuren tragen
leuchtende Tiermasken und enganliegende Ganzkörperanzüge, die wie nackte Haut
wirken – vertraut, aber doch keiner eindeutigen Geschlechterordnung zugewiesen. Zink
hegt eine große Faszination für Tiere, während die Menschheit lediglich als
Wurmfortsatz vorkommt. Tiere handeln nach ihrem Instinkt, während die Menschheit
sich oft bewusst dafür entscheidet, Lebensräume zu zerstören. Seine Serie ist somit auch
als Kommentar zum Artensterben zu verstehen. Das Trägermaterial, der analoge Film
wird vor der Belichtung mehrfach gekocht. Das daraus resultierende Zerfallen der
Negative beschreibt er als gezielt konzeptuelles Einsetzen und hinterfragt die
Hauptkriterien der Fotografie als Erinnerungs- und Dokumentationsträger. Für diese
Serie hat Marko Zink seine analoge Kamera umgebaut und zieht den Film händisch
durch die Kamera. Inhaltlich konzeptuell setzt sich Marko Zink intensiv mit dem
Entstehen von Begehren auseinander. Hierzu bezieht sich der Künstler auf Carl Gustav
Jung und Claude Lévi-Strauss. Marko Zink überführt/inzeniert ihre Überlegungen zu
anima animus (Gender) und Totem bewusst an historische(n) Orte(n) in Österreich, die
belegt „mystisch“ konnotiert sind. Auch die Aufnahmezeiten zwischen Mitternacht und
ein Uhr nachts spiegeln diese Orte wider, da sich Personen an diesen Orten zu dieser
Uhrzeit treffen, um dort zu meditieren, um sich von der weltlichen Ebene loszulösen.
Was sie dabei sehen würden? Schutzgeister, Tierwesen, – Vögel, Hasen, Füchse, alles,
was wir als Natur hier kennen, deren Existenzen im Sinne des Artensterbens durch den
Menschen akut bedroht sind und so immer weniger (sichtbar) sind/werden. Exakt
diesen „Erscheinungen“ gibt Zink Raum und Licht. Sein Vorhaben ist bewusst
interdisziplinär angelegt, verbindet künstlerische Fotografie vielschichtig und reflexiv
mit performativen Inszenierungen auf den Grundlagen von Philosophie, Psychologie
und Ethnologie.

Geboren 1975 in Gaschurn in Österreich, erhielt Marko Zink Unterricht bei Ingo Springenschmid
und besuchte danach die Akademie der bildenden Künste Wien; die Meisterklassen Kunst und
Fotografie, Erweiterter malerischer Raum, Kunst im öffentlichen Raum sowie Performance bei Eva
Schlegel, Josephine Pryde, Franz Graf, Judith Huemer, Mona Hahn und Matthias Herrmann.
Er diplomierte an der Schule für künstlerische Fotografie bei Friedl Kubelka und mit Auszeichnung
an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Carola Dertnig. Darüber hinaus studierte er mit
Auszeichnung Germanistik, Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität
Wien und besuchte zahlreiche Vorlesungen an der Universität Wien für Kunstgeschichte mit dem
Fokus auf Fotografie.
Marko Zink fotografiert ausschließlich analog mit natürlichem Licht. Das Trägermaterial, der
analoge Film wird vor der Belichtung mehrfach gekocht und darüber hinaus für einige Serien
gezielt chemisch und mechanisch bearbeitet. Diese von ihm entwickelte Technik ist seine einmalige
Handschrift mit großem Wiedererkennungseffekt. Das daraus resultierende Zerfallen der Negative
beschreibt er als gezielt konzeptuelles Einsetzen und hinterfragt die Hauptkriterien der Fotografie
als Erinnerungs- und Dokumentationsträger.
Zink interpretiert in seinen Arbeiten das Thema der inszenierten Fotografie neu. Zum einen gibt er
dem Betrachter das Gefühl, nur zufällig Zeuge dieses „flüchtigen“ Moments geworden zu sein. Zum
anderen reinszeniert er Subjekte als Objekte und vice versa.