Black Hole Contemporary

17. September - 10. Oktober 2026

Vernissage: 17. September 2026, 19 Uhr

DJs TBA

Ist es so?
So ist es natürlich nicht. Diese Bilder erzählen mehr von dem, was wir nicht sehen, als von dem,
was sie preisgeben. Sie sind merkwürdig schweigsam, unberedt, nicht geschwätzig, trotz ihrer
üppigen Farbigkeit still, fast stumm. Etwas fehlt, und natürlich ist man geneigt zu glauben, der
Mensch als Träger (von Bedeutung, von Zuschreibung oder auch nur von Kleidung) sei das
fehlende Element. Aber dem ist nicht so: was den Eindruck von Flüchtigkeit, von einer leeren Mitte
hinterlässt, ergibt sich aus der Art, wie Marko Zink seine Bilder arrangiert, wie er mit Präsenz und
Absenz spielt – und nicht daraus, was wir gerade sehen oder eben nicht sehen. Es sind klassische
Kompositionen, die ein Subjekt vermuten lassen, das aber nicht (mehr) da ist. Die Bewegung des
Wassers stattet die treibenden Kleider mit einem flüchtigen Volumen aus, hier scheint sich ein
Körper anzudeuten, dort hat er seine Kleidung gerade abgelegt, die am Grund stehenden Schuhe
wirken wie eben erst abgestreift. Zink appelliert an unsere Vorstellungskraft wie wir das eher von
Malern, als von Photographen kennen. Die Kleidungsstücke im Meer flirren wie optische
Täuschungen einer Fata Morgana, sind da, aber auch gleich wieder weg.

(c) Matthias Herrmann

Geboren 1975 in Gaschurn in Österreich, erhielt Marko Zink Unterricht bei Ingo Springenschmid
und besuchte danach die Akademie der bildenden Künste Wien; die Meisterklassen Kunst und
Fotografie, Erweiterter malerischer Raum, Kunst im öffentlichen Raum sowie Performance bei Eva
Schlegel, Josephine Pryde, Franz Graf, Judith Huemer, Mona Hahn und Matthias Herrmann.
Er diplomierte an der Schule für künstlerische Fotografie bei Friedl Kubelka und mit Auszeichnung
an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Carola Dertnig. Darüber hinaus studierte er mit
Auszeichnung Germanistik, Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität
Wien und besuchte zahlreiche Vorlesungen an der Universität Wien für Kunstgeschichte mit dem
Fokus auf Fotografie.
Marko Zink fotografiert ausschließlich analog mit natürlichem Licht. Das Trägermaterial, der
analoge Film wird vor der Belichtung mehrfach gekocht und darüber hinaus für einige Serien
gezielt chemisch und mechanisch bearbeitet. Diese von ihm entwickelte Technik ist seine einmalige
Handschrift mit großem Wiedererkennungseffekt. Das daraus resultierende Zerfallen der Negative
beschreibt er als gezielt konzeptuelles Einsetzen und hinterfragt die Hauptkriterien der Fotografie
als Erinnerungs- und Dokumentationsträger.
Zink interpretiert in seinen Arbeiten das Thema der inszenierten Fotografie neu. Zum einen gibt er
dem Betrachter das Gefühl, nur zufällig Zeuge dieses „flüchtigen“ Moments geworden zu sein. Zum
anderen reinszeniert er Subjekte als Objekte und vice versa.
Marko Zink ist ein Konstrukteur von Wirklichkeit, er fügt zusammen, was scheinbar nicht
zusammengehört, er amalgamiert. So paart sich Mensch mit Tier, Mensch mit Maschine, Mensch
mit Mobiliar oder Mensch mit Natur. In seiner Werkserie „Schwimmer“ wird der Bedeutungsträger
Mensch komplett negiert und treibt als leblose Hülle unter Wasser, wobei zeitgleich die Entstehung
der Arten thematisiert wird.
Viele seiner Serien basieren auf interdisziplinären Konzepten, seine Theorien entlehnt Zink auch der
Literatur, unter anderen seiner Auseinandersetzung mit Friedrich Dürrenmatt oder
Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Letztere spielt in seinem Leben eine entscheidende
Rolle, Werkserien, auf die sie verschiedensten Einfluss übt, finden multimedialen Einzug in die
Werkpräsentationen.
Seine Fotografien und Installationen werden weltweit in Museen und Galerien ausgestellt. Seine
Arbeiten befinden sich in zahlreichen international renommierten Sammlungen. Marko Zink lebt
und arbeitet in Wien (Österreich).